Schule
Schule
Darin sind sich sicher fast alle einig: Schule kann manchmal ganz schön nerven: Klassenarbeiten, Stress, Hausaufgaben, Ungleichheit, Konflikte. All das kann ganz schön auf’s Gemüt schlagen. Aber hast Du gewusst, dass diese Dinge nicht unbedingt sein müssen? Viele Schulen bemühen sich, neue Wege zu gehen und das Gebäude und den Unterricht so zu gestalten, dass Schüler*innen sich wohl fühlen. Natürlich, das ist nicht immer einfach, aber nicht unmöglich!
Eure Wünsche



"Ich möchte im Unterricht aufs Klo/Essen/Trinken dürfen!"
Viele Lehrkräfte mögen es nicht, wenn im Unterricht gegessen oder getrunken wird, weil sie Sorge haben, dass sich Getränke über Arbeitsmaterialien ergießen, der Unterricht durch das Suchen von Brotdosen und Trinkflaschen sowie die Ess- und Trinkgeräusche selbst gestört wird. Aber insbesondere das Trinken während des Unterrichts ist wichtig, da es die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit aufrechterhält und es durch Flüssigkeitsmangel hervorgerufene Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit vorbeugt. Außerdem sind die Pausen für Euch oft zu kurz: Räume werden gewechselt, die Toilette muss aufgesucht werden, der Tafeldienst reinigt die Tafel und natürlich muss auch gerannt, gespielt und sich ausgetauscht werden. Trinken wird da leicht vergessen und der Durst kommt er während der nächsten Stunde. Durch Trinken im Unterricht gewöhnt man sich ein regelmäßiges Trinkverhalten an, wovon man dauerhaft profitiert. Dass man dabei dann auch mal auf die Toilette muss, ist klar! Auch wenn der Toilettenbesuch während des Unterrichts von Deinen Lehrkräften oder Mitschülerinnen und Mitschülern als störend empfunden werden kann, es gibt aber keine allgemeingültige Regelung, die Dir den Toilettengang verbietet.
Sprich mit Deinen Mitschülerinnen und Mitschülern über Deine Wünsche und Bedürfnisse und sammelt gemeinsam Argumente für das Essen und Trinken sowie den Toilettengang während des Unterrichts. Gemeinsam könnt Ihr Eure Argumente Euren Lehrkräften vorlegen und Möglichkeiten finden sowie Regeln aufstellen, die durch Essen, Trinken oder Harndrang verursachte Unterrichtsstörungen vermeiden. Zum Beispiel könnte eine Toilettenampel die Frage „Darf ich mal auf’s Klo?“ überflüssig machen. Zeigt die Ampel grün, ist die Toilette frei und man kann zur Toilette gehen. Dabei stellt man die Ampel auf Rot. Die anderen müssen währenddessen warten, bis man zurück ist und das Schild wieder auf Grün dreht. |
Deine Mitschülerinnen und Mitschüler, die Schulkonferenz, Deine Vertrauenslehrkräfte, aber auch Experten und Expertinnen für Kinderrechte – sie alle und bestimmt noch viele mehr, können Dir dabei helfen Dein Bedürfnis Wirklichkeit werden zu lassen!
"Unser Schulhof ist zu klein/hässlich/langweilig!"
Junge Menschen verbringen ca. 20. 000 Stunden während der gesamten Schulzeit in der Schule. Schulhöfe sollten deswegen Orte sein, an denen junge Menschen gemeinsam spielen und sich erholen können und wo der Unterricht auch mal im Freien stattfinden kann. An vielen Schulen ist das jedoch nicht der Fall. Bäume, Stauden, Spielegeräte und Möglichkeiten zum Entspannen – bei der Gestaltung oder Umgestaltung von Schulhöfen sollten also vorrangige Ziele vor allem kindgerechte, bewegungsfreundliche und attraktive Außenbereiche, aber auch Naturnähe und Klimafreundlichkeit der Schulhöfe sein.
Kleinere Begrünungsaktionen können bereits mit der Zustimmung von Gremien in Eurer Schule, wie zum Beispiel des Lehrkollegiums, der Schulpflegschaft oder auch der Schulkonferenz, umgesetzt werden. Durch Aktionstage oder Aktionswochen können Gelder für neue Bäume oder Pflanzen eingenommen werden. Bei größeren Umgestaltungen können Gelder von der Kommune oder auch Förderprogramme von Organisationen beantragt werden. Bei Schulhofumgestaltungen werden aber nicht nur die Menschen aus den Schulen einbezogen, sondern es sind auch Baubehörden und Architekt*innen maßgeblich beteiligt. Ob ein Schulhof umgestaltet werden kann, hängt auch mit dem finanziellen Mitteln, die eine Kommune dafür zur Verfügung hat sowie mit der Priorisierung der Bedarfe anderer Schulen in einer Kommune zusammen. |
Das Schüler*innenparlament oder auch das Schulplenum sind Orte, an denen unter anderem Deine Klassensprecher*innen, Eltern oder auch Lehrkräfte teilnehmen können, um Themen, die alle betreffen zu besprechen – sie alle können Deine Verbündeten in Deiner Schule sein.
Bei der Aktion „Schulhofträume“ des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. wird Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, selbst kreativ zu werden und den wichtigen Lebensort Schulhof, so zu gestalten, wie sie ihn sich wünschen. Schüler*innen können sich mit Schulhofprojekten bei der Aktion bewerben und unter den Bewerber*innen werden dann jährlich 15 der bundesweiten Schulhof-Projektideen von einer Jury ausgewählt und mit einer finanziellen Förderung von 5.000 bis 15.000 Euro bei der Umsetzung unterstützt. Mehr Infos dazu findest Du hier: https://www.dkhw.de/informieren/unsere-angebote/fuer-kitas-und-schulen/schulhoftraeume/
"Schule soll etwas später starten!"
Die Schulkonferenzen entscheiden über den Schulbeginn. In den Konferenzen sind Lehrkräfte und Eltern, aber auch Schülerinnen und Schüler selbst vertreten. In Sachsen darf der Unterrichtsbeginn zwischen 07:00 und 09:00 Uhr ausgewählt werden. Wusstest Du außerdem, dass sich Expert*innen weltweit darin einig sind, dass die Schule zu früh beginnt? Sie sehen einen optimalen Schulbeginn um 08:30 Uhr, wie eine Studie zeigt. Wer unausgeschlafen im Unterricht sitze, könne sich schlechter konzentrieren, mache mehr Fehler und sei weniger leistungsfähig – das betrifft vor allem Jugendliche. Herausfordernd an einem späteren Schulbeginn ist aber auch, dass viele Eltern wegen ihres Berufs auf die Betreuung ihrer Kinder in der Schule angewiesen sind. Ein Schulbeginn um 07:35 Uhr muss zumindest in Sachsen nicht sein: Jede Schule entscheidet selbst, wann die erste Stunde beginnt. Das Kultusministerium gibt lediglich den Zeitrahmen vor und befürwortet sogar einen Schulbeginn um 08:00 Uhr. |
Starte eine Umfrage an Deiner Schule, wann sich deine Mitschülerinnen und Mitschüler den Beginn der ersten Schulstunde wünschen und lege die Ergebnisse der Umfrage Deiner Schulleitung vor. Gemeinsam mit Deinen Mitschülerinnen und Mitschülern kannst Du den Druck auf die Schulleitung verstärken, den Schulstart etwas später anzusetzen. – Denke aber daran, dass vielleicht nicht alle Kinder und Jugendlichen an Deiner Schule einen späteren Schulbeginn präferieren. |
Wende dich an Deine Schulsprecher*innen, Lehrkräfte und Eltern – sie alle können Dir bei Deinem Vorhaben behilflich sein! |